Dienstag, 3. Juni 2014

Dem Ziel so nah...

Das, wonach man so lange gesucht hat, scheint unmittelbar vor einem zu liegen. Es ist no nah, man braucht nur noch die Hand danach ausstrecken… ein paar Schritte noch, ein paar letzte kleine Schritte. Und man ist da. Endlich. Endlich… nach allem was war, nach allem was man versuchte, wagte, nicht wagte, die Richtung änderte, aufgeben wollte -  und doch weitermachte. Nach all den Malen, die man gestolpert ist (auch über sich selbst…)

Und genau das hat sich ins Gedächtnis gebrannt. Nein, eigentlich tiefer, wenn man ehrlich ist…
Die wiederholte Erfahrung des Scheiterns mehr oder weniger kurz vorm Ziel, verleiht diesem Gefühl welches man jetzt hat zwei Gesichter.
Da ist dieses ganz wunderbare Gefühl, dass nur schwerlich in Worte gefasst werden kann, weil es hunderte dafür gibt und doch keines. Man möchte sich ganz und gar hineinfallen lassen, möchte es spüren und genießen und darin versinken, möchte euphorisch die letzten Schritte springen und tanzen… da, endlich endlich da…
Doch die aus der Erfahrung resultierende Befürchtung eines Stolpersteins lässt den Schritt wieder bedächtiger werden.
Man hält zwar nicht (wieder) inne, schaut nicht auf den Boden und sucht nach dem Hindernis, nein, das möchte man nicht. Den Fehler hat man schon mal gemacht. Man lässt den Blick weiter aufs Ziel gerichtet. Man ist zuversichtlich, dass jetzt alles gut wird. Dass man endlich ankommt und es das ist, was man suchte, wollte. Und vielleicht sogar noch mehr…. Denn es fühlt sich doch so richtig an….

Aber der allerletzte Zweifel wird erst dann verschwinden, wenn das Ziel nicht nur nahe, sondern erreicht ist….

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Du hast mir bereits viele Zweifel genommen. Du bist bereit dazu, mich an der Hand zu nehmen und mich im Moment der größten Unsicherheit von dieser Klippe wegzuziehen, an die ich seit geraumer Zeit immer wieder geraten bin. Ich dachte ich muss da rüber. Muss den Abgrund meiner Selbst überwinden. Um auf der anderen Seite das zu finden, was ich suche.  
Aber das stimmt nicht. Du bist schon hier. Und lässt meine Hand sicher nicht los, wenn ich dann endlich springe… wenn wir springen - denn auch Du gibst mir das Gefühl, dass du meine Hand brauchst…
Du bist schon hier… 




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Die Weisheit zum Juni: 

"Ich glaube, dass die Angst, die man hat, wenn man an einem Abgrund steht, in Wahrheit vielmehr eine Sehnsucht ist. Eine Sehnsucht, sich fallen zu lassen – oder die Arme auszubreiten und zu fliegen."   (aus "Whisper" von Isabel Abedi) 

Mai-Soundtrack:



Kommentare:

  1. Schöner, geheimnissvoller Text :D Und wenn frau bedenkt, wie schnell man nach einem Stolperer vorwärts kommt, weil frau ja nicht hinfallen möchte ... man kann also manchmal schneller ins Ziel stolpern, als man gehen würde ;)
    Stolperfreie Grüße,
    Ralph

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  2. Hm.... gar kein blöder Gedanke (natürlich nicht, der kommt ja von DIR, ich weiß ich weiß ^^). Vor allem wenn man bedenkt, dass da im Ziel jemand steht, der einen auffangen könnte.... :)

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