Sonntag, 8. Oktober 2017

Keine Angst

Da fragt man sich doch wirklich,  warum man manchmal mehr oder weniger bewusst leidet.  Sich dafür entscheidet.

Seit gestern quälen mich starke Zahnschmerzen,  nicht wirklich zu lindern,  egal mit welchem Mittel.
Aber warum bin ich heute nicht zum Notdienst gegangen? Habe mich bewusst für einen weiteren Tag mit Schmerzen entschieden?
Die Antwort ist Angst. 
Weil ich schlechte Erfahrungen mit Notdienst gemacht habe und weil ich ohnehin Angst vorm Zahnarzt habe. 
Also leide ich lieber noch einen weiteren Tag und gehe zu dem mir vertrauten Zahnarzt,  bei dem die Angst zumindest nicht ganz so groß ist. 

Seit Tagen lese ich alte Blogeinträge. 
Ganz bewusst und absichtlich durchlaufe ich noch einmal all diese Gefühle... 
Und frage mich, warum ich das alles eigentlich so lange erduldet habe. 
Immer wieder diese Enttäuschungen,  Verletzungen,  immer wieder...  Manchmal grenzend an Verzweiflung. 
Und doch begann ich immer wieder von vorne.
Warum?
Die Antwort war Angst.
Angst aufzugeben.  Angst,  niemals das zu finden,  was ich so sehnlichst suchte.  Brauchte. 
Diese Angst war schlussendlich wohl immer größer als die vor erneuter Verletzung.

Ironisch.
Dass Angst einem Mut verleihen kann. 
Mut und Kraft, durchzuhalten. 


Was den Zahnarzt betrifft muss ich mal wieder durch die Scheiße durch. 
Was das andere betrifft - muss ich keine Ängste mehr haben...

Montag, 2. Oktober 2017

Deshalb.

...  weil du mich berührst ... 

Und damit meine ich nicht nur deine Hand auf meiner Wange.
Deinen Arm um meine Schulter.
Deine Lippen auf meinen. 

Es geht tiefer. 
Bis in die Seele. 

Wenn du da bist,  wenn ich von der Arbeit komme.  Und du mir die Füße massierst.
Wenn du mich abends ins Bett bringst.  Und mich noch ein bisschen hältst,  übers Haar streichelst.
Wenn ich dich morgens aufwecke. Und du dich an mich kuschelst,  schlaftrunken. 
Wenn wir zusammen albern sind.  Diese Insider,  die nur wir verstehen.  Unsere eigene Sprache. 
Wenn wir den Sonntagmorgen im Bett verbringen.  Und uns in tiefgründige Gespräche vertiefen.  Arm in Arm. 
Wenn du mich anschaust.  Und mir klar wird,  wie du mich siehst...  In deinen Augen bin ich schön.  Begehrenswert. 
Wenn ich die Freude in deinem Gesicht lesen kann,  weil ich deine Welt mit dir teile. 


Deshalb.
Bist du es.
Deshalb.
Lohnt sich Alles.
Deshalb.

Freitag, 22. September 2017

Zeit.

Vor zwei Tagen wühlte ich in alten Emails.
Mir war langweilig und ich fühlte mich einsam.
Und ehe ich mich versah machte ich einen ungewollten Ausflug in die Vergangenheit.
Was ich schon längst aus meinem Leben gelöscht hatte...  Hier existierte noch ein Überbleibsel,  schwarz auf weiß.
Warum eigentlich?
Vergessen...  Wirklich?
Verblasst,  mehr und mehr,  so wie die Zeit aus der es stammt.
Doch wirklich vergessen wird man sie nie.
Nur mit anderen Augen betrachten.

Aber nun muss es weg.  Endgültig.
Es ist Zeit.
Ich brauche das nicht mehr.
Und niemals wieder.

Es scheint so lange her zu sein.
Obwohl ich so lange darunter litt.
Gestern schrieb ich einem alten Freund,  wie lange es doch schon her ist,  als wir uns stundenlang via Skype unseren kummer klagten.
Und nun haben wir uns seit Monaten nicht mehr gesprochen.  Weil das die Basis war.  Die nun nicht mehr da ist.
Und ich sagte ihm,  wie schön es doch sei,  dass es uns beiden nun gut geht.
Wir gefunden haben.  Gefunden wurden.
Zeit ist etwas Seltsames...

Ich gehe in meinem Posteingang wieder vorwärts in der Zeit.
Da bist du.  Unsere ersten Zeilen.
Eigentlich noch gar nicht so lange her.
Und dennoch kann ich mir bereits heute kein Leben mehr ohne dich vorstellen.
Ich bin glücklich. Du machst mich glücklich,  jeden Tag.

Und nun liege ich hier...  Warte auf morgen, denke an gestern und dann wieder an ein weit entferntes Morgen.
Und fühle...  Angst.
Angst vor der unberechenbaren Zeit.
Die einem niemals sagt was sie bringt,  bis sie es bringt.
Die gibt und nimmt.
Die Narben hinterlässt und die sie heilt.
Die lang oder kurz sein kann...

Samstag, 19. August 2017

Was zählt

Das Leben kann immer wieder deine Pläne durchkreuzen.
Es kann dich ängstigen.
Dich zum Weinen bringen.
Wütend machen.
Verwirren.
Es kann immer wieder ein Miststück sein.

Und doch kann es dir am Ende eines Tages ein Lächeln aufs Gesicht zaubern.
Auf dein tränenüberströmtes Gesicht...

... dann,  wenn dir klar wird,  dass du in ihm Menschen hast,  mit denen du und die miteinander in Liebe verbunden sind...

Letztlich.
Zählt nur.
Das.

Montag, 31. Juli 2017

Wir waren mutig

Ich stellte dir die Frage, an jenem Tag.
Obwohl ich die Antwort fürchtete.
Doch wenn ich eines gelernt hatte in den jüngsten Jahren zuvor,  dann,  dass man diesen Mut aufbringen muss.
Dass man sich selbst genug wert sein muss,  um nicht der Zeitvertreib eines anderen zu sein. Oder der Spielball.  Oder was auch immer.
Dass es Mut braucht,  sich auf einen anderen Menschen einzulassen.  Ganz.  Ohne wenn und aber.

Wir waren beide mutig.
Und es hat sich gelohnt.

Sonntag, 16. Juli 2017

Am liebsten...



Am liebsten... jetzt den Blick in die Ferne schweifen lassen. Durch das Fliegengitter hindurch und über die grauen Dächer hinweg.
Einfach übermalen, mit bunten Farben aus dem Gedankenmalkasten. Am liebsten viel Grün und Blau.

Am liebsten... die To Do-Liste zerreißen, in winzige Fetzen. Einfach liegen lassen, auf dem ungeputzten Boden.
Ab ins Bett. Flach und klein machen und alle Verantwortung ins Nachtkästchen legen.

Am liebsten... morgen aufwachen und allem trotzen. Ein Ziel vor Augen und voller Energie darauf zu bewegen. Nein sagen. Und wo es lang geht. Und die Welt retten.
Wachsen. Am besten über mich hinaus.

Am liebsten... alle Emotionen frei lassen. Jetzt. Sie allen betreffenden Menschen mitteilen. Nicht auf einmal, sondern einzeln. Briefe schreiben. Handgeschrieben. Anrufen. Vielleicht mit einem Glas Wein in der Hand. Nicht als Notwendigkeit, sondern des Stils wegen.
Alles raus und weg.


Am allerliebsten... an der Uhr drehen. Deinem Lächeln entgegen, deinen Armen. Ausatmen. Zur Ruhe kommen. Deine Hände auf meinen Hüften und in meinem Haar. Der Blick in deine Augen als Antwort auf Alles. Keine Fragen mehr.
Am liebsten nur Du und Ich.

Sonntag, 2. Juli 2017

One year later...



Heute vor einem Jahr...
Habe ich wohl kaum geahnt, dass meine Suche endlich ein Ende haben würde.
Das Suchen, Versuchen... immer wieder. Immer wieder erfolglos, immer wieder enttäuschend.

Ich ahnte nicht, als ich die Tür öffnete, dass dort die Erfüllung all meiner Sehnsüchte die Treppe empor kam.
Ich blickte in freundliche, warme Augen.
Die Umarmung zur Begrüßung war, wenn ich mich recht entsinne, ein wenig länger als flüchtig...
Ich hatte ein gutes Gefühl gehabt, dich gleich beim ersten Date zu mir nach Hause einzuladen.
Ich wusste nicht warum und brach damit meine eigene Regel. Aber es fühlte sich einfach richtig an.
Oder vielleicht war ich auch einfach nur gleichgültiger geworden?
Alles in allem war die vorherrschende Stimmung verhaltener Optimismus.

Bei uns beiden, wie sich später herausstellte.
Wir hatten beide zu viel Mist erlebt.

Ich weiß bis heute nicht, ob wir uns bereits am ersten Abend küssten, weil wir beide einfach nichts mehr zu verlieren hatten - oder ob wir es vielleicht tief in unserem Inneren doch spürten...

Wir hatten einen schönen Abend.
Und bald folgte der nächste.
Aus der Asche des verhaltenen Optimismus keimte bald neue Hoffnung...
Und schneller als wir ahnten oder es für möglich gehalten hätten, sprossen daraus zarte Pflänzchen...
Zuneigung. Verbundenheit. Ein unerklärlich schnell wachsendes Vertrauen...

Heute, ein Jahr später...
Stehen wir inmitten eines reich blühenden Gartens...
 





... und ich bekam endlich meinen Kuss im Regen ...