Samstag, 29. November 2014

52 Bücher - Woche 17

Da sitz ich hier, in meinem frisch weihnachtlich dekoriertem Wohnzimmer, und versuche das Grau und Kalt von draußen mit ein paar Kerzen und einer Tasse Tee etwas erträglicher zu machen. Das funktionier so semi-optimal, denn es ist zwar gemütlich, hat aber den Nachteil, dass ich mich erst recht zusammenkuscheln und ein Nickerchen machen möchte. Und mein Schlafrhythmus ist ohnehin bissel durcheinander zur Zeit (mein neuestes Hobby ist es nämlich, gegen 22 Uhr vor dem Fernseher einzuschlafen, mich dann ca zwei Stunden später schlaftrunken ins Bett zu schleppen und ziemlich früh morgens wach zu sein).
Also muss ich mich beschäftigen. Und da hat die Muddi ja glücklicherweise immer was zu bieten ;)

Das Motto diese Woche lautet: Ein Buch, das in der Ich-Form geschrieben wurde.

Da fällt mir spontan Die Asche meiner Mutter von Frank McCourt ein, der hier autobiographisch seine Kindheit im erzkatholischen Irland der 30er/40er Jahre beschreibt. Er schilder sehr detailreich die Armut und die damit einhergehenden Widrigkeiten, denen er, seine Brüder und seine Mutter ausgesetzt sind. Der Vater, Nordire und Protestant und somit von der Großmutter mütterlicherseits zutiefst verachtet, macht einem irischen Vorurteil alle ehre und ertränkt seine Sorgen gerne mal in einem oder auch mehreren Pints. Und irgendwann ist er auch von der Bildfläche verschwunden und Frank als der Älteste versucht, die Familie weiter durchzubringen. Dennoch spart er einen Teil seines sauer verdienten Geldes, um sein großes Ziel zu erreichen: Raus aus dem hoffnungslosen Leben in Irland, hinein ins vielversprechende Amerika... 
Trotz der sehr plastisch geschilderten Schwermut schafft es das Buch, den Leser hier und da auch zum Schmunzeln zu bringen. Vermutlich, weil dem Autor auch nichts anderes übrig blieb, die "unglückliche katholische irische Kindheit" mit ein bisschen Humor zu nehmen - zumindest im Nachhinein. 

Sehr empfehlenswert ist übrigens auch der Film zum Buch. Ich glaube, den leg ich mir jetzt mal ein.... und versetze meinen Tee mit einem Schlückchen Whisky ^^ 

Kommentare:

  1. "Schneller als der Tod" von Josh Bazell...^^

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  2. Schmunzelnde Schwermut - da bleibt nur Whisky ;) Aber ein "katholische, irische Kindheit" möchte ich auch nicht gehabt haben - aber ich hatte ja nichts, damals, nicht einmal eine Kindheit^^

    LG,
    Ralph

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    1. Ich find das schon immer ein bisschen traurig, wenn du solche Andeutungen machst, lieber Ralph.... :/
      Du solltest dir Seifenblasen kaufen - und ein Stück Kindheit nachholen ;) Seifenblasen helfen immer ^^

      LG zurück

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  3. Hört sich hart an das Leben..nicht uninteressant!
    Liebe Grüße Tanja

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    1. Ich kann das Buch nur empfehlen :)

      LG zurück

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    2. Steht schon auf meiner Liste, die immer länger wird durch die Aktion ;-)

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