Samstag, 13. September 2014

Nostalgiewochenende

Gestern Abend hab ich noch meine neuen Studienbriefe auf der Treppe gefunden. Das hat nicht unbedingt zur Stimmungsaufhellung beigetragen. Ich habe praktish den ganzen Sommer lang nichts gemacht für die Uni, obwohl ich das dringend hätte tun müssen. Ich hab keine Ahnung, wie ich das kommendes Semester alles bewältigen soll, da ich wieder mehr arbeiten gehen werde. Und das ist der nächste Punkt: Es will sich einfach kein Zweitjob finden lassen. Und die Zeit wird knapp. Und von meinem Privatleben will ich erst gar nicht anfangen...  Mir wächst gerade alles über den Kopf, obwohl sich noch gar nicht wirklich was tut. Wenigstens ist ab Montag wieder Arbeit angesagt. Da weiß man wenigstens, was man tut und dass es Sinn macht. Und es beschäftigt einen.
Beschäftigen werde ich mich aber auch dieses letzte freie Wochenende noch. Zwar nicht mit den Dingen, die drängen, denn ganz ehrlich: auf die 1 1/2 Tage kommts jetzt auch nicht mehr an - also drauf geschissen. Nein, ich werde es mir einfach so weit wie möglich gut gehen lassen.
Die vergangene Woche war einfach nur beschissen. Ständig schwankend zwischen den beiden Extremen totaler Lethargie und krampfhaftem, aber eher gescheitertem Ablenken. Die ganze Zeit hatten trübe Gedanken, schlechtes Gewissen, innerer Druck und vor allem Traurigkeit letztlich doch die Oberhand, und so landete ich am Ende doch wieder nach ein paar Stunden Zwangsbechäftigung den Rest des Tages antriebslos auf der Couch oder im Bett...
Heute verspüre ich endlich mal wieder wirklich Lust, mich zu beschäftigen. Gott sei Dank, sonst hätte ich mich vermutlich selbst erschlagen.
Ich hab grad richtig Bock drauf, den Großteil des Tages in der Küche zu verbringen. Zunächst mal werde ich jetzt gleich Kuchen backen. Die Idee kam mir heute morgen spontan beim Einkaufen und ich schmiss kurzerhand alles in den Wagen, was man für einen simplen, aber leckeren Zitronenkuchen braucht. Backen - sofern es einfache und mir bekannte Rezepte sind - ist etwas, was mich bei innerer Unruhe und Gedankenchaos immer beruhigt. Außerdem erinnert mich Zitronenkuchen an meine Kindergeburtstage von früher... Den hab ich mir immer zum Geburtstagsfrühstück gewünscht und Mama hat ihn immer in dieser kleinen Herzform gebacken und mit den bunten gestreiften und gepunkteten Kerzen dekoriert....Ich freue mich jetzt schon, dass meine Küche gleich nach Zitronenkuchen duften wird.
Heute Abend allerdings wird der Geruch wieder verflogen sein. Denn nach einer Woche Pseudo-Kochen - sprich Tiefkühlpizza, Milchreis, Fischbrötchen... - muss heute mal wieder was Gescheites auf den Tisch. Entschieden hab ich mich für leckeren Kartoffelbrei, eine ordentliche Portion Karottengemüse in cremiger Bechamelsoße und dazu Fischstäbchen. Auch ein "Kinderessen", fällt mir grad auf.... Überhaupt ist dieses Wochende ziemlich nostalgiegeprägt. Morgen bin ich bei meinen Eltern zum Essen eingeladen. Mal wieder bekocht zu werden ist halt doch auch was Schönes. Und bei Mama und Papa schmeckts halt doch am besten. Danach werde ich zu einer Freundin fahren und wir werden eine Runde Super Mario zocken. Früher hab ich das vor allem mit meinem Bruder gemacht. An verregneten Sonntagen, an denen wir keine Ausflüge gemacht haben, durften wir dann auch mal längere Zeit Daddeln, während Mama und Papa sich dann zur "Kaffeezeit" einen alten Schwarzweiß-Schinken reingezogen haben. 
Und mal schauen, wenn ich quasi eh schon eine Reise in die Vergangenheit mache, werde ich mir am Abend dann vielleicht noch einen Disneyfilm anschauen und dazu eine heiße Milch mit Honig trinken... 

Hm. Ist schon seltsam, wie man sich mehr oder weniger unbewusst in Kindheitserinnerungen flüchtet, wenn das Erwachsenenleben gerade mal wieder einfach nur mies und überfordernd ist...

Kommentare:

  1. Hui, immerhin hast Du schöne Kindheitserinnerungen - ich könnte damit ja nicht dienen. Aber FF beim Nostalgie-WE und guten Appetit bei Muttern ;)

    LG,
    Ralph

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  2. Was denn, keine schönen Kindheitserinnerungen? Das hör ich aber nicht gerne :(
    Also da muss ich sagen bin ich echt ein Glückspilz, was das betrifft - und das vergesse ich auch nie, trotz aller Widrigkeiten, die das Leben so bietet...
    Ich schieb dir mal ein Stück Zitronenkuchen rüber ;)

    LG retour und auch dir ein schönes WE

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  3. Ich habe übrigens das sch..... doofe Spiel auf Level zwei endlich geschafft -.- meine güte wie haben wir das früher bloß geschafft

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  4. Lol, wie viele Anläufe haste noch gebraucht? ^^
    Ganz einfach: Früher war alles Besser! :-p

    Nachti :*

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  5. Dann halt fest an deinen schönen Kindheitserinnerungen! <3
    Ich bin gerade so gelähmt und panisch von einigen gravierenden Veränderungen in meinem Leben (die ich selbst angefangen habe, von denen ich jetzt nicht weiß, was auf mich zukommt), dass mir nicht einmal irgendwelche schönen Kindheitserinnerungen IRGENDWAS helfen können.
    VERMUTLICH werde ich meine Angst und Panik in ein paar Wochen dämlich finden und darüber lachen können, aber momentan ist mir eigentlich nur schlecht!

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  6. ...lass dich erst mal knuddeln.
    Veränderungen sind immer anstrengend, sie kosten viel Kraft und meist auch Nerven. Und besonders eben diese Phase, die du beschreibst, wenn noch nichts geregelt ist, noch nichts sicher, man in der Ungewissheit lebt ob das denn alles gut geht... eine unheimliche Anspannung, die man da auszuhalten hat.
    Aber immerhin sind das Dinge, die man ein stückweit selbst in der Hand hat (im Gegensatz zu denen, bei denen einfach alles einer gnadenlosen, fremden Willkür zu unterliegen scheint, gegen die man nichts machen kann....) und somit welche, auf die man dann richtig stolz sein kann, wenn man es bewältigt hat.
    Und ich bin mir ziemlich sicher, das wird auch bei dir der Fall sein :)
    Darauf ein paar aufbauende Scheißherzchen: <3 <3 <3 <3 <3 Yeah! ;)

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  7. ♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡
    (haha, die hatte ich gerade noch gespeichert, also dachte ich mir, ich hau sie dir rein, weil wie du ja weißt: ohne Scheißherzchen geht erst mal gar nix)

    Ich danke dir - mir ist heute zumindest ein bisschen leichter (sagen wirs so, ich steh nimmer kurz vor einer hysterischen Panikattacke), aber bis ich ganz durch bin, dauert es noch eine Weile! Wird schon, wird schon, wie sagt man so schön: entweder durchstehen oder untergehen! =)

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  8. ♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! ^^

    Na, das freut mich doch zu hören, dass es dir schon ein bisschen besser geht :)
    Und untergehen ist prinzipiell keine Option. Höchstens mal abtauchen in der Badewanne - das entspannt ;)

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